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Werner Löwe

Diplom-Bildhauer

Eigene Texte

Begehung einer landschaftszene

Ich begehe die bühne
Schritt für schritt schreite ich sie ab
Vorwärts und rückwärts
Meine augen vermessen ohne maßband
  das gelände
  mit gewisser eile
  weil sonst meine sicht
  vielleicht verloren geht
Ich will mich also beeilen
  die landschaftszene in mir aufzunehmen

Staunen

Wie ein kind
In das stück landschaft vor mir
Ich erinnere mich
  wie das land meiner heimat ausgesehen hat
Nur dieses stück hier
  bringt mir die erinnerung
  zurück

Beeindruckend

Die offene weite
Gebremst von fernen hügeln
  steh ich
Meine füße
  im schattenbeginn
Und
  festgewurzelt in der schwärze
Staunen wächst
  in mir
Bis dahin wo die hügel mich bremsen

Machen wir doch mal eine pause
Halten unsere schritte an
Nageln unsere füße in die schwärze
  Unserer schatten
  und lassen unsere augen staunen
Du und ich
Ich und mein alter narr

Schnurstraks
Immerzu
  den weg gehen
Zwischen den feldern
  und
  der aufbrechenden erde
Himmelherrgott
Ich muss
  mich auf den frühling einstellen


Dieser baum
  den ich damals kannte
Und ihr
  erinnert euch vielleicht
Auf der kleinen anhöhe
  am waldrand
Dort
Alt war er
  damals schon
Ein gewaltiges naturdenkmal
Verletzlich
Und doch
  so stark

9. Mai 2004
Er ist noch immer, der Baum, aber alt geworden,
verwundet und doch so frisch, sein Maiengrün.

Für die alte Linde in Burgstädtel bei Dresden
 

 
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